Das irakische Kulturerbe bewahren

Irak legt großen Wert auf den Erhalt seines kulturellen Erbes. Deutschland und Irak haben jetzt ein breit angelegtes Projekt zur archäologischen Forschung und zur Bewahrung des kulturellen Erbes im Irak unterzeichnet. Die Zusammenarbeit geht zurück auf eine Initiative von Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Auch einige Jahre nach Beendigung des Krieges sind die Wiederaufnahme einer angemessenen Museums- und archäologischen Arbeit noch große Herausforderungen für den Irak. Deutschland unterstützt das Land deshalb beim Wiederaufbau im Kulturbereich und beim Erhalt seines Kulturerbes. 

Anknüpfen kann die Bundesregierung dabei an die traditionell enge Zusammenarbeit mit Irak in den Bereichen Archäologie, Kulturerhalt und Museumswesen. Am 3. August unterzeichneten der Leiter der irakischen Antikenverwaltung, Quais Hussein Rashid, und der deutsche Botschafter im Irak, Christof Weil, in Bagdad eine Absichtserklärung über mehrere Projekte.

Konkret sind geplant: 

  • der Erhalt des Al-Kifl-Schreins, einer für alle drei Buchreligionen bedeutenden Kulturstätte südlich von Bagdad,

  • Ausbildungsmaßnahmen für irakische Archäologen und Restauratoren durch Hochschulstipendien,

  • eine Summer School des Deutschen Archäologischen Instituts für Berufsanfänger,

  • praktische Fortbildung auf dem Gebiet der Architekturkonservierung und der Replikenabformung,

  • eine Beratungsinitiative durch die Staatlichen Museen zu Berlin zum Aufbau einer funktionierenden Museumsverwaltung im irakischen Nationalmuseum: dabei sollen im Anschluß an die erfolgreiche Ausstellung "Babylon. Mythos und Wahrheit" im Sommer 2008 im Pergamonmuseum in Berlin vor allem Projekte im Bereich der Gestaltung und Ausstattung von Ausstellungsräumen mit Bezug zum Thema Babylon realisiert werden. 

Die angestrebte Kooperation geht auf eine Initiative von Aussenminister Steinmeier und dessen Besuch im Irak im Februar dieses Jahres zurück. Während der Zeremonie im Bagdader Nationalmuseum konnten diesem zudem zwei Geschenke übergeben werden: der Gipsabguss eines Torsos aus akkadischer Zeit sowie ein Holzmodell von Babylon. Deutschland erhält im Gegenzug eine Kopie des Kopfes des Torsos, die im Pergamon-Museum zu sehen sein wird.

Stand: 08.09